Zukunft bedarf der Herkunft und der Erinnerung 

 Mit dem Verein „Freiberger Zeitzeugnis e.V.“ bieten wir allen jenen eine Plattform, die helfen wollen, die nach wie vor großen „weißen Flecke“
der Regionalgeschichtsschreibung besonders über die Zeit des Nationalsozialismus, aber auch zum Umgang damit in der Nachkriegsgeschichte der DDR abzutragen. Der Verein gibt denen eine Basis, die gegen Verklärung und Legendenbildung in der örtlichen Geschichtsaufarbeitung sind, weil sie für eine offene, demokratische Zivilgesellschaft eintreten, in der "völkische Überheblichkeit", Verleumdung von Minderheiten, Hass gegen Fremde und Geringschätzung der Würde jedes Menschen keinen Platz haben.

 

Es geht um unsere Gegenwart in Demokratie, Freiheit, Vielfalt und Menschlichkeit. Und es geht um unsere Zukunft, in der die Würde jedes Menschen auch weiterhin unantastbar bleibt, unabhängig von Nationalität, Herkunft, Geschlecht, Religion und Orientierung.

 

Verein


Bewahrung

Regionale Geschichte erforschen

Spuren suchen

Wissen weitergeben

Begegnung

Von Zeitzeugen lernen

Sichtweisen verändern

Haltungen fördern

Projektarbeit

Schüler- und Bürgerprojekte

Vorträge und Stadtrundgänge

Publikationen und Ausstellungen


Forschung und Wissen


Info-Depesche zu Dr. Werner Hofmann

Dr. Werner Hofmann war von 1906 bis 1930 Betriebsdirektor der Porzellanfabrik Freiberg. Das Gebäude beherbergt heutzutage das Landratsamt Mittelsachsen. 1939 fiel Dr. Werner Hofmann nach jahrelanger Verfolgung dem NS-Regime zum Opfer, 2018 wurde das Landratsamtsgebäude in Gedenken zum "Werner-Hofmann-Haus" umbenannt.  

Dr. Michael Düsing hat die Namenweihe mit einem Vortrag rund um das Leben und Wirken von Werner Hofmann begleitet. Nachzulesen ist dieser in der Info-Depesche 1/2018 unseres Vereins.

Download
Info-Depesche 1-2018 Werner Hofmann.pdf
Adobe Acrobat Dokument 5.3 MB


Moritz Hochschild, der "Oskar Schindler Boliviens"

Der 1881 in Biblis in Hessen in einer wohlhabenden jüdischen Handelsfamilie geborene Moritz Hochschild war vermutlich einer der bedeutendsten Absolventen der Bergakademie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und seit dessen zwanziger Jahre einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Minenunternehmer in Südamerika. Die Medien nennen ihn heute etwas theatralisch den „Oskar Schindler Boliviens“. Tatsächlich verhalf er tausenden Juden nach 1933, vor allem aber nach den Judenpogromen im November 1938 in Nazi-Deutschland, zur Flucht nach Bolivien und in andere südamerikanische Länder und rettete ihnen so das Leben. Dennoch ist er bisher in Freiberg und an der TU Bergakademie fast in Vergessenheit geraten. Wir ändern das.



Veranstaltungen

Zeit-Zeugen-Begegnung mit Meike Freud-Faber

 

24. Mai 2018  l  19:00 Uhr

Rösterei Momo, Korngasse 3, Freiberg

Eintritt frei

 

Meike Feud-Raber, die Urenkelin des Freiberger Juden Max Freud, erzählt die Geschichte ihres Urgroßvaters und ihrer Familie. 

Max Freud, evangelisch-lutherisch, in Freiberg verheiratet, Weinhändler, fünf Kinder, starb am 5. September 1942 im KZ Dachau. Als Grund seiner "Schutzhaft", die mit dem Tod endete, hatte die Gestapo vermerkt: "hat eine arische Frau geküsst". Denn für die Nationalsozialisten galt Max Freud als "Rassejude", seine Ehe als "Rassenschande". Jahrzehnte nach seinem Tod hat sich seine Urenkelin Meike Freud-Raber aus Königswinter bei Bonn auf die Suche nach den auch in ihrer eigenen Familie verdrängten und vergessenen Spuren ihres Urgroßvaters gemacht. In den Veröffentlichungen der Geschichtswerkstatt Freiberg und des Vereins "Freiberger Zeitzeugnis e.V." wurde sie fündig. Michael Düsing führt mit ihr am 24. Mai 2018 ab 19:00 in der Rösterei Momo ein Gespräch über Spurensuche, Familientradition und altem und neuem Antisemitismus.